Tag 1: Brennendes Wasser und heiße Diskussionen

Mit Brötchen und Kaffee- So werden die Teilnehmer des Energie Camps an diesem Donnerstag, dem 26.03.2015, empfangen. Die Stimmung ist entspannt, locker plaudern die Gäste in der Lobby, bevor sie sich allmählich in den Vortragsraum begeben. 

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Mit einer persönlichen Anekdote eröffnet der Moderator, Wolfgang Eltner, das Energiecamp. Denn auf einer kürzlich bestrittenen Segelreise bekam er am eigenen Leib zu spüren: Was passiert, wenn, die uns schier als unendlich erscheinende Stromressourcen, plötzlich vehement eingeschränkt werden? Wie geht man in unserer Gesellschaft mit einer auftretenden Stromknappheit um? Und was würde erst bei einem Blackout, einem totalen Stromausfall, passieren? Das sind die Fragen, auf die das Energie Camp Antworten hat.

„Wir haben alles im Griff!“

Fünf Vorträge, mit jeweils eigenem Zugang, behandeln das große Thema der zwei Tage: Blackout. Das, was der Vortragende Herbert Saurugg als plötzliche, überregionale, andauernde Störung des Stromnetzes bzw. der Infrastruktur definiert. Ein Szenario, das erst letzte Woche gar nicht so weit weg erschien: Denn auch die partielle Sonnenfinsternis hätte ein Blackout bewirken können. Das greift auch der erste Vortragende, Roland Bermayer, auf. Darin beschäftigt er sich mit Energienetzen in Österreich und der Steiermark. „Keine Sorge, wir haben alles im Griff“, schließt  Bermayer seinen Vortrag.

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Der Supergau

Herbert Saurugg sieht das Ganze im zweiten Vortrag problematischer. Seiner Einschätzung nach, ist die Gefahr eines Blackouts in Österreich real. Praktische Tipps im Falle der Krisensituation gibt er im Vortrag ebenfalls. Z.B. dass man sich beim totalen Stromausfall zwar nicht mehr auf das Handy, aber noch immer auf das Autoradio verlassen kann. Selbst lagert er auch Konserven für den Fall der Fälle. Nachdem dritten Vortrag von Ing. Kurt Woitischek über die Energieversorgung in Murau, wird zur Kaffeepause gebeten.

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Afrika und erneuerbare Energie

Doch auch der zweite Themenblock hat spannende Vorträge zu bieten: Dipl. Ing. Salia Konate stammt aus dem afrikanischen Burkina Faso. Er hat es sich zum Ziel gemacht, dort für die Einheimischen erneuerbare Energie zu produzieren. Konate spricht mit unterhaltsamer Bilduntermalung über Energieversorgung in Entwicklungsländern. Mag. Johannes Frühmann schließt die Vortragsreihe mit interessanten Input zum Thema Social Entrepreneurship. Anschließend stehen bei einer Podiumsdiskussion noch alle Vortragenden für Fragen bereit.

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Workshops: Nachfragen und Diskutieren

Die Vorträge lieferten einen groben Überblick über die Thematik. Doch nur neugierig zu machen, liegt nicht in der Natur des Energie Camps! Teilnehmer sollen auch individuell die Möglichkeit erhalten, genauer nachfragen, oder auch Gegenpositionen einnehmen zu können. So gab es zu den jeweiligen Vorträgen auch eigene Workshops, in denen die Thematik genauer erklärt und diskutiert werden konnte. Die Workshops fanden regen Anklang und mit den verschiedenen Blickwinkeln der Teilnehmer und Vortragenden konnten schnell interessante Thesen aufgestellt werden.

„Ich werde weder politisch verfolgt noch bedroht“

Der letzte Programmpunkt des Tages war ein Kinobesuch. Hubert Canaval legt sich in seinem Film „Macht Energie“ mit den ganz großen Ölkonzernen an. „Doch ich werde weder politisch verfolgt noch bedroht“, scherzt er. Denn er stellt die kritische Frage: Wie viel Schaden verursacht die Energiegewinnung? Dabei beleuchtet er Umweltschäden, aber auch die gesundheitlichen Probleme die sie für die Bewohner nach sich ziehen.

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Kanadisches Wasser brennt

Unter anderem kommt auch ein Vortragender des Vormittages, Salia Konate und seine Initiative in Afrika, in der Dokumentation vor. Denn der Film beschränkt sich nicht nur auf die Lage in Österreich. Auch Kanadier, die ihr gashaltiges Wasser anzünden können, und Franzosen, aus einem Land mit einer Rekordzahl an Atomkraftwerken, kommen zu Wort. Abschließend wurde rege mit Regisseur Hubert Canaval über die Intention eines solchen Filmes, ein Blackout als „schwarze Pädagogik“und Geheimdienstüberwachung diskutiert.

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Spannend war dieser erste Tag des Energie Camps auf jeden Fall. Mit viel Input, verschiedenen Ansichtsweisen und kritischen, diskussionsbereiten Teilnehmern. Man darf gespannt sein, was der morgige Tag zu bieten hat!

 

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2 Gedanken zu “Tag 1: Brennendes Wasser und heiße Diskussionen

  1. Auch an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die tolle Veranstaltung und für die vielen interessanten Eindrücke und Gespräche!

    Für all jene, bei denen beim Workshop die Fragestellung, „Was kann ich konkret tun?“ vielleicht zu kurz gekommen ist, empfehle ich einen Blick auf meine Seite – http://www.saurugg.net. Dort gibt es viele weiterführende Informationen und Anregungen. Wichtig ist, Fragen zu stellen, um an Antworten zu kommen. 😉

    Den ersten und wichtigsten Schritt – überhaupt zu wissen, dass so etwas möglich ist und was das bedeuten könnte – haben wir ja während des Camps getätigt.

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